Reisebericht Providence 2000 Teil 11

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Es gibt doch nichts besseres, wenn man sich Ziele setzt. Bisher hatte ich ja noch keinen richtigen Endtermin für meinen Reisebericht (der außer von mir sowieso von niemanden gelesen wird). Nun beschließe ich mal, vor Jahreswechsel diesen Bericht in all seinen Teilen zu vollenden. Frisch ans Werk!


Automieten ist für unter 25-jährige in manchen US-Bundesstaaten nicht gerade preiswert (oder sogar unmöglich), Aufpreise von bis zu 20 US-Dollar pro Tag sind durchaus üblich. Natürlich versucht man dann entweder einen anderen Fahrer zu bekommen oder die Tage der Miete klein zu halten. Deshalb beschlossen wir, nur für drei Tage ein Auto zu mieten. Tag eins wäre dann die Fahrt nach Toronto (Canada), Tag zwei für Toronto selbst und der dritte Tag für den Rückweg.

Die Strecke ist ungefähr 800 Kilometer lang und führt durch mehrere Bundesstaaten. Da das Wetter nicht sonderlich dolle war und wir ja ein Ziel vor Augen hatten, konnten wir nur ein paar kurze Abstecher machen. Die Fahrt an sich war recht angenehm, da wir ein vernünftiges Auto mit CD-Player, Automatik-Schaltung und Tempomat hatten. Auf US-Autobahnen gelten meist strenge Geschwindigkeitsbeschränkungen, die zwar nicht unbedingt eingehalten werden, aber doch dazu führen, daß es keine richtigen Raser gibt. Das macht die Fahrt besonders angenehm: Man stellt mit dem Tempomat das Tempo ein und kann sich mehr oder weniger zurücklehnen.

Da wir uns nicht ganz sicher waren, wann wir denn wo ankommen würden hatten wir kein Hotel gebucht. Wir schafften es Niagra Falls (Die Stadt bei den Niagara-Fällen) zu erreichen, da jedoch der kommende Montag ein Nationalfeiertag war, war es extrem schwer ein Hotel zu bekommen. Wir mußten also die Stadt wieder etwas verlassen und fanden nach ca. 6 ergebnislosen Versuchen endlich eine bleibe in meinem Motel. Der Spaß kostete dann auch pro Person über 100 Mark - wenn man bedenkt, daß wir wirklich nur einmal kurz die Dusche nutzten und ansonsten ein paar Stunden das Bett...

Als wir das Zimmer fest hatten, fuhren wir nochmal nach Niagra-Falls, um uns die Wasserfälle bei Nacht mal anzuschauen, die Bilder können natürlich in keinster Weise das gesehene Naturschauspiel darstellen!

Verbindungsfluß zw. Erie- u. Ontariosee, 56 km l.; bildet die N.fälle, die infolge leicht zersetzl. Schiefertone u. Sandsteine jährl. etwa 1 m zurückweichen; durch die Ziegeninsel in den 51 m hohen Am. Fall (umgangen vom Eriekanal) und den 49 m hohen kanad. Hufeisenfall (Wellandkanal) geteilt;


Hier kann man die Hufeisenfälle recht gut erkennen.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter nach Toronto. Wenn man erst einmal in Kanada ist, dauert es nur ein bis zwei Stunden. Toronto ist riesengroß, glücklicherweise hatten wir eine Wegbeschreibung. "Wegbeschreibung wohin?" werden manche vielleicht fragen: Nun der Grund, warum wir ausgerechnet Toronto gewählt hatten, war eine langjährige Brieffreundin von Joyce, die wir dort besuchen wollten. Mit ihnen fuhren wir in die Innenstadt und schauten uns die Sehenwürdigkeiten an.


Ein Verwaltungsgebäude

Chinatown

Mindestens zwei Einträge ins Guiness-Buch kann Toronto verbuchen: Das eine ist die längste Straße der Welt (inzwischen 2000km), die durch Toronto führt und das andere der CN-Tower, der (bis vor kurzem) höchste Turm der Welt.


Der CN-Tower von oben...

... und von unten

Abends gings dann nochmal typisch-kanadisch Essen. Obwohl wir nur einen Tag in Kanada waren, hat es mir dort sehr gut gefallen. Erstens sind die Preise wesentlich "angenehmer", außerdem machen die Menschen dort einfach einen vernünftigeren Eindruck (was man nicht nur an der Verwendung des metrischen Systems sieht). Speziell zu Toronto muß man sagen, daß die Stadt sehr sauber ist und eine sehr bunte Bevölkerung aufweist. Nahezu alle Kulturen leben hier in kleineren oder größeren Stadtteilen friedlich nebeneinander. Peter Ustinov soll mal zu Toronto gesagt haben: "Wie New York, allerdings geführt von den Schweizern!".


Besagte Brieffreundin mit Freund, Joyce und Meinereiner

Besagtes kanadisches Abendessen

Der Tag ging leider viel zu schnell rum, am darauffolgenden Tag ging es relativ früh wieder an die Rückfahrt, die reichlich unspektakulär verlief, da das Wetter nicht so dolle war. Wir gönnten uns einen kleinen Ausflug nach Vermont, ein Bundesstaat, der vor allem für seine schöne Landschaft berühmt ist. Diese Berühmheit soll sich vor allem im Herbst zeigen, der die Wälder dort in bunte Farben wandelt - dafür waren wir leider noch etwas zu früh, dennoch: Hübsche Gegend!

Es folgt - Teil 12.