Reisebericht Providence 2000 Teil 7

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Äh, ja. Da war mal sowas wie ein Reisebericht. Ich kann mich noch ganz gut erinnern, daß war damals - so vor sechs, sieben Wochen. Inzwischen ist das Abreisedatum bereits wieder in greifbare Nähe gerückt und es wird nun langsam Zeit doch noch die vergangen Wochen in Wort und Bild zu fassen. Als dann, auf ins Vergnüngen.


Wieder einmal war Martin Hirzel zu Besuch und da das Wetter gutes versproch entschlossen wir uns nach Cape Cod zu fahren. Cape Cod liegt weit östlich von Providence. Eine kilometerlange Landzunge erstreckt sich dort ins offene Meer, am Ende befindet sich das kleine Örtchen Provincetown, welches hauptsächlich von Schwulen bevölkert ist, die sich hier dauerhaft niederließen. Die Gegend ist ganz hübsch und außerdem bietet sie sich als Startpunkt für eine Whale-Watching-Tour an. Für 12 Dollar gehts also hinaus aufs weite Meer und siehe da, wir hatten wirklich die Gelegenheit einige Wale zu sehen und uns ausserdem einen ordentlichen Sonnenbrand zu holen. Danach gings noch zum Fischessen nach Provincetown und schon war auch wieder ein Samstag rum.

Der Sonntag sollte allerdings noch viel besser werden. Einer der Mitarbeiter des CRCG - Petar - wohnt auf einem Segelboot und lädt immer mal wieder ein paar Leute ein, mit ihm eine Tour zu unternehmen. Diesmal waren wir dran. Also gings vormittags los, direkt vom Provience-Hafen, was eigentlich gleich um die Ecke vom Brookhouse ist. Allerdings war ziemliche Flaute weshalb wir hauptsächlich mit dem Motor unterwegs waren, was auch nicht so langweilig war, dank Sabine, die als Steuerfrau fast eine Boje gerammt hätte.

Gegen Mittag kamen wir auf einer kleinen Insel an, wo wir ankerten um diese zu erkunden. Jan, Sabine und ich schlugen uns also in die Büsche. Keine sonderlich gute Idee, den der vermeintliche Weg dort endete im Wald bzw. im Nichts. Wir mußten uns also doch drei Meter hohe Büsche und Gestrüpp kämpfen was dann wirklich einer Urwald-Expedition gleichkam. Glücklicherweise erreichten wir nach einiger Zeit wieder das Wasser und konnten dann an dem Strand wieder den Weg zurück zu unserem Boot finden, gerade rechtzeitig um mit dem Grillen anzufangen.

Nach einem ausgiebigen Abendessen gings wieder auf dem Rückweg, der, wie man sehen kann mit einem wunderbaren Sonnenuntergang verbunden war.

Ein paar Tage später gabs dann mal wieder eine Abschiedsfeier, diesmal war Ingo dran, der sich an diesem Abend mal so richtig volllaufen ließ, was gegen Ende nicht mehr sonderlich lustig war, naja wir habens alle überlebt...

Da nach der Abschiedsfeier die Küche soweiso wie Sau aussah, bot es sich an, mal eine Großreineaktion anzusetzen. Nico, Jan und Christian sowie meinereiner beteiligten sich daran. Hier ein typisches vorher-nacher Bild.

Damit war dann auch der Juli rum. Kino war mal wieder angesagt, diesmal Space Cowboys (IMDB 0186566). Nach einigen weiteren Videoabenden und einer Quake-Session kam dann der 11. September und damit das JCV Newport Jazz Festival mit dem Eröffnungskonzert in der Tennis Hall of Fame, Newport. Renata und ich mieteten also ein Auto um uns das Konzert anzuschauen. Wer sich ein wenig in der Jazz-Szene auskennt hat bestimmt schon mal von Dave Brubeck gehört. Nun denn, der war da und es war echt super. Der zweite Teil wurde von Bobby Short und seiner Crew gestaltet, was auch ziemlich gut war.

Direkt nach dem Konzert gings mit dem Auto nach Boston, um meine Freundin, Joyce, vom Flughafen abzuholen. Sie wollte auch einmal einen Blick in die vereinigten Staaten werfen, sodaß man ihr nicht nachsagen kann, sie hätte alles nur vom hörensagen kennengelernt. Vier Wochen ist sie hier um die nähere und weitere Umgebung kennenzulernen und mir mir Urlaub zu machen.

Am Wochenende gings dann erst einmal nach Canterbury in New Hampshire um dort ein Shaker Village zu besuchen. Wir waren leider relativ spät dort, konnten jedoch die meisten Gebäude noch anschauen. Die Shaker-Gemeinde wurde vor ca. 200 Jahren gegründet, als Community versuchen sie, auch heute noch, alles nötige innerhalb der Gemeinschaft zu erzeugen. Sie waren vor allem für ihre Möbelprodukte berühmt. Weitere Infos auf der bereits oben verlinkten Seite.

Zum Abendessen ging es in ein gut verstecktes Restaurant, daß uns von Besuchern der Shaker Village empfohlen wurde. Dort gab es sehr gute Ente!

Auch am Sonntag hatten wir noch unseren Mietwagen, diesmal gings in die andere Richtung nach New Haven, wo die Yale-Universität zu finden ist. Das Wetter war nicht allzu gut, was uns allerdings nicht davon abhielt zwischendurch an einem Leuchtturm und einem U-Boot-Museum halt zu machen. Auch das nette Städtchen Mystic ist zu empfehlen, wenn man ein wenig mehr Zeit hat, kann man sich dort das riesige Freilichtmuseum anschauen.

New Haven ist eigentlich eine Industriestadt, die kein sehr schönes Stadtbild aufweist. In der Gegend der Universität wirds ein wenig besser, dennoch ist klar, warum so viele Studenten lieber nach Harvard wollen, obwohl die Qualitäten der Unis vergleichbar sind. Architektonisch hat die Uni einiges zu bieten, da dies aber größtenteils nur von Innen interessant ist und natürlich fotografieren verboten ist, gibts leider keine Bilder (das Wetter war übrigens auch ziemlich mäßig). Dennoch ist das Museum of British Art sehr zu empfehlen. Auch die Beinecke Library of Rare Books ist bestimmt einen Blick wert.

Den Abend ließen wir dann in einem kleinen Kaff, daß auf dem Rückweg lag, ausklingen. Zufälligerweise fand ich in einem Heftchen die Info, daß dort ein Konzert und Feuerwerk stattfinden sollte. Wir kamen dann auch gegen Ende des Konzertes an, was im freien stattfand und kurz später mit einem netten Feuerwerk beendet wurde.

In der kommenden Woche wurde dann erst einmal Providence wieder näher unter die Lupe genommen. Bild und Text dazu in Teil 8.