Reisebericht Providence 2000 Teil 5

 <   > 

Die Aufholjagd hat begonnen. Man glaubt garnicht, wie lange man sich mit solchen Reiseberichten beschäftigen kann. Ich denke allerdings, daß die ereignissreicheren Tage nun erst einmal vorbei sind, schließlich gibt es auch noch eine Studienarbeit zu schreiben.


Das Wochenende war ja nun recht heftig, auch der Montag war nicht sonderlich produktiv, weiß allerdings auch nicht weiter peinlich ist, den in USA ist der Memorial Day ein Feiertag und da will man ja schließlich nicht arbeiten. Der Rest der Woche war vor allem durch meine SysAdmin-Tätigkeit geprägt, da ich ein paar Überstunden ansammeln will um im August auch mal ein-zwei Wochen frei machen zu können.

Im Teil 2 konnte man ja das Chaos des Rechnerraums sehen, so konnte das natürlich nicht bleiben also machte ich mich dort erstmal ans aufräumen. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen.

Am Dienstag abend ging es ins AS220. Dort gibt es jede Woche einen Jazz-Abend, immer mit der selben Band. Leider nicht so der Jazz den man gewöhnt ist, sondern recht abenteurliche Trombone-Soli, die nicht sonderlich anhörbar waren, vor allem weil der Musiker dabei ein elektronisches Effektgerät verwendete. Alles in allem eine nette Erfahrung, aber nochmal gehen wir wohl nicht hin.

Direkt neben dem CRCG ist ein Thai-Restaurant, das Mittwochs immer Mittagsbuffet für 8 USD anbietet. Nette Atmosphäre und mal was anderes zu essen und preislich für US-Verhältnisse mehr als bezahlbar.

Donnerstag war wieder Shopping angesagt, aber so richtig interessant wurde es erst wieder am Freitag abend.

Sabine hatte Ino beschwatzt, daß er Ihr Salsa-Unterricht gibt. Somit waren wir also eingeladen, dem Meister zu gehorchen. Im Keller des Brookhouse' stellten wir den tragbaren CD-Player von Sabine und meine kleinen Brüllwürfel auf und ließen uns die Grundschritte von Salsa und Merengue beibringen . Wir, das sind Ino, Sabine, Pedro und ich. Anton und Ingo gaben nur ihre dummen Kommentare dazu. Jedenfalls habe ich mal wieder richtig Lust zum Tanzen bekommen, Ino ist ein guter Lehrer und wir haben einiges an diesem Abend gelernt. Bei Gelegenheit werden wir das fortsetzen.

Als nächstes gibt es von Antons Abschiedsfeier zu berichten. Wobei, viel zu berichten gibts da auch wieder nicht. Anton war insgesamt sechs Monate beim CRCG um sein Praktikum als BWL-Student zu avsolvieren.

Am Donnerstag feierte er eine kleine Abschiedsfeier mit einer Grillspießen und Chips. Es waren einige Leute vom CRCG da und das Wetter war auch so gut, daß man lange draußen sitzen konnte. Pünktlich zum Tageswechsel gabs dann Apfel-Muffins, die wir geheim für Ino gebacken hatte, es war nämlich sein Geburtstag.

Auch am Freitag nahm das Feiern kein Ende. Renata, eine ICPNM-Studentin hatte am selben Tag wie Ino Geburtstag und feierte einen Riesen-Party in dem anderen CRCG-House in der Brookstreet. Endlich bot sich auch mal die Gelegenheit mit den ICPNM-Studenten und einigen anderen CRCGlern zu sprechen, was recht interessant war.

Für die Party hatten Richard und Roger Musik-Equipment besorgt und somit war für ordentlich Lärm gesorgt, wobei die meisten Leute allerdings gerade wegen des nicht mehr zu ertragenden Lärmes draußen standen. Dennoch wagten sich einige in den Boxenraum und tanzen soweit das platz- und musikmäßig möglich war. Gegen Ende gabs dann auch noch Salsa-Musik und somit bot sich die Gelegenheit ein paar der gelernten Sachen auszuprobieren.

Halb taub und ziemlich erschöpft gings dann nachts um vier zu Fuß wieder nach Hause.

Eigentlich sollte man nun am Wochenende ein wenig Arbeit nachholen, doch da machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es war wunderschön und ziemlich warm. Da kam es uns ganz recht, daß von der vortägigen Party noch einige Reste waren, die bei einem Brunch vernichtet werden wollten. Dabei ergab sich die sponate Idee, an den Strand zu fahren. Wenn man nun also schon mal die Möglichkeit hat, soll man sie ja nicht ausschlagen. Nach einigen organisatorischen Schwierigkeiten gings also nachmittags los nach Newport um auf Wellen zu reiten oder sich am Strand auszuruhen. Es war zwar recht windig, ließ sich jedoch überleben.

Zum Sonnenuntergang gings wieder an den Ocean Drive, der einfach einen einmaligen Blick dafür bietet, danach fürs Abendessen nochmal nach Newport und nach einem weiteren ereignisreichen Tag zurück nach Providence.

Natürlich war der Sonntag auch schon verplant. Bert Scholz, der "Hausmeister" des CRCG hatte einige Studenten gefragt, ob sie ihm beim Umzug helfen können, hilfbereit wie man ist, macht man das natürlich gerne, zumal dabei ein Mittag- und ein Abendessen sowie ein freies Bad in seinem neuen Pool herausspring, was bei dem heißen Wetter ja immer gerne gesehen wird.

Vormittags um 9 gings also los zu seiner alten bleibe, etwas 20 Minuten außerhalb Providence' in einer sehr ruhigen Gegend mit riesigen Grundstücken und noblen Häusern gelegen. Nach einer anderthalbstündigen Packorgie in den Laster gings per Auto zu seiner neuen bleibe, die ein doppelt so großes Grundstück und einen Pool bietet. Das neue Haus ist für meinen Geschmack zwar nicht so schön wie das alte, aber das muß ja jeder selbst wissen. Nach einer weiteren großen Runde war dann auch der Großteil herübertransportiert, was auch ein ideales Timing war, denn es fing prompt an zu schütten und zwar wie die Sau! Glücklicherweise klarte es bald wieder etwas auf und wie es recht typisch für diese Gegend ist, war es auch nicht allzuviel kühler. Eigentlich war es zu kalt zum baden aber das Wasser hatte doch eine recht angenehme Temperatur, sodaß sie einige reinwagten, meinereiner eingeschlossen. Bert hatte eine Wasservolleyballnetz gespannt und das Match machte ziemlich viel Spass wobei man sich gegen Ende halt doch ziemlich die Füße abfror. Da war man natürlich wieder froh nach drinnen zu kommen, wo es dann ziemlich gute Pizza für alle gab.

So war wieder ein Tag und damit auch eine weitere Woche rum. Ich hoffe mal, daß die folgenden Wochen etwas ereignisärmer werden, sonst wird das hier nichts mit der Studienarbeit!

Ob sich dieser Wunsch bewahrheitet, lest ihr in Teil 6.